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Die Region liegt (wohl nicht nur, was das Renommee der Weine angeht) ein wenig im Schatten der benachbarten Toskana. Lange machten vor allem seichte, süßlich auf Touristengeschmack getrimmte Weine zweifelhafte Werbung für die Region, die eher mit leckeren Trüffeln und deftiger Salami auf sich aufmerksam machte. Umbrien ist ärmer und deutlich bäuerlicher geblieben. Entsprechend fehlt es am Kapital für Investitionen in moderne Landwirtschaft, und die önologische Infrastruktur (Önologen, Labors, Berater) ist schwach entwickelt. Roberto di Fillippo stammt eigentlich aus Neapel, seine Eltern sind 1974 nach Umbrien umgesiedelt. Bei gutem Wetter können sie von ihrem schmucken Haus die Kirche des heiligen Franziskus sehen, nach Assisi sind es nur 12 Kilometer. Von der lokalen Tradition unbelastet hat Vater di Filippo die rund 20 ha Weinberge mit einem bunten Mischsatz bepflanzt, vom typischen Sangiovese, Cannaiolo, Trebbiano oder Grechetto bis zu Merlot, Pinot und Barbera. Das erlaubt eine breite Palette ganz unterschiedlicher Weine. Und da ist Roberto dann so richtig in seinem Element. Das Önologiestudium im renommierten Conegliano hat ihm viel Theorie mit auf den Weg gegeben, und in der Praxis würde er lieber heute als morgen alles Gelernte in immer wieder neue Weine umsetzen. Regelmäßige Geniestreiche machen ihm zusätzlich Mut, und auch von katastrophal mißlungenen Experimenten (die natürlich nicht abgefüllt werden) läßt er sich kein bißchen bremsen. Und im Hintergrund sorgt seine lebhafte Elena mit viel Pizza, Pasta und sympathisch-sprudelndemTemperament für immer neuen Energienachschub. Ich glaube, was Roberto wirklich antreibt, ist das große Potential, das in der Region und eben auch in seinen Rebbergen steckt. Auch ich wurde beim Verkosten seiner Weine sofort aufmerksam und bekam Lust, wenigstens im kleinen Rahmen Einfluß auf mögliche neue Cuvees zu nehmen. Unsere ersten Barriques standen bei ihm im Keller, und nachdem der Anfang gemacht war, ergänzt Roberto sie mittlerweile selbst nach Bedarf. So entstand der 'Madrigale', ein wuchtiger, vollreifer Wein aus den besten roten Trauben des Guts. Seine aus meiner Sicht besten weißen Trauben sind die der Sorte Grechetto. Der Name läßt auf griechischen Ursprung schließen. Aus ihr lassen sich interessante Weißweine machen, die ganz unmodern in jugendlichem Zustand verschlossen wirken, im Laufe von ein bis zwei Jahren aber zu feiner, zurückhaltender Eleganz bei immer noch lebendiger Frische reifen. Hier hat Roberto sicher am meisten Lehrgeld bezahlt bis ihm endlich Weine vom Format des weißen Terre di San Niccola im Jahrgang 1998 gelangen. Und wahrscheinlich tüftelt er gerade wieder an einem ganz neuen Wein. Lassen wir uns überraschen! lange hat Roberto am Projekt Sagrantino gearbeitet. Die Weinberge in der richtigen Zone hat er schon länger, aber der Keller war um einige 100 Meter Luftlinie am falschen Platz, es musste extra ein neuer gebaut werden, damit dieser monumentale Wein auch den Namen dieses Denkmals des umbrischen Weinbaus tragen durfte. Die Mühe hat sich gelohnt: die späte Lese hat konzentrierte, ganz reife Trauben in den Keller gebracht, aus denen Roberto mit geübter Hand einen großartigen Wein gezaubert hat, kraftvoll, strukturiert, die kräftige Statur von einem muskulösen Körper getragen, mit viel Potential für weitere Reife. Der Jahrgang 2004 ist einen Tick leichter als der barocke 2003er, mit schönem Spiel zwischen den konzentrierten Fruchtnoten und herberen Aromen wie Leder und Asphalt Empfehlung: Röstbraten, festlichen Gerichten, Abenden am Kamin | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Schweiz | kein Vesand, da Ausfuhrabwicklung zu aufwendig | |||